Medienmitteilung

ORIOR behauptet sich in anspruchsvollem Umfeld, steigert das operative Ergebnis und beantragt erneut eine höhere Dividende

Zürich, 24. Februar 2016

  • Operatives Ergebnis gesteigert; EBIT +4.1%, EBITDA +1.3%
  • Nettoerlös mit CHF 500.1 Mio. 4.1% unter Vorjahr primär als
  • Folge der Frankenstärke und Minusteuerung sowie Optimierung des Produktportfolios.
  • Deutliche Steigerung des operativen Cash Flow auf CHF 41.7 Mio.
  • Antrag einer erneut höheren Dividende von CHF 2.03 je Aktie.
  • Wechsel im Verwaltungsrat: Walter Lüthi wird als neues Mitglied für den Verwaltungsrat der ORIOR AG vorgeschlagen, Rolf Friedli tritt nach über zehn Jahren zurück.

Die im Frisch-Convenience und in der Fleischveredelung führende Schweizer Lebensmittelproduzentin ORIOR vermochte sich im Jahr 2015 in einem äusserst anspruchsvollen Umfeld gut zu behaupten. Trotz Umsatzrückgang konnten die operativen Ergebniskennzahlen und Margen verbessert, der operative Cash Flow deutlich gesteigert und die Bilanz erneut gestärkt werden. Damit bestätigt ORIOR den erfolgreichen Start in das neue Kapitel und schafft – einem starken Finanzprofil verpflichtet – die Grundlagen für zukünftiges Wachstum und eine weiterhin attraktive Dividendenpolitik.

Die ORIOR Gruppe erreichte 2015 einen Nettoerlös von CHF 500.1 Mio., was einem Rückgang von 4.1% bzw. von 3.6% zu konstanten Wechselkursen entspricht (Vorjahr CHF 521.6 Mio.). Primäre Treiber waren die rückläufigen Schweizer Detailhandels- und Gastronomiemärkte, mit überproportionalem Rückgang in den Grenz- und Tourismusregionen. Die Schärfung des Produktportfolios und die konsequente Ausrichtung auf nachhaltiges und profitables Wachstum haben ebenfalls zum Umsatzrückgang beigetragen; sie bilden eine wichtige Investition in zukünftiges Wachstum und Margen. Der EBITDA stieg um 1.3% auf CHF 48.7 Mio., was einer Margenverbesserung von 52 Basispunkten auf 9.7% entspricht (Vorjahr: CHF 48.0 Mio.). Dank leicht tieferen Abschreibungen nahm das operative Ergebnis (EBIT) um 4.1% auf CHF 33.8 Mio. zu, die EBIT-Marge erhöhte sich um 54 Basispunkte auf 6.8% (Vorjahr CHF 32.5 Mio.). Der Gewinn vor Steuern steigerte sich um 5.0% auf CHF 31.3 Mio.; negative Wechselkurseffekte und höhere Ertragssteuern verringerten hingegen den Reingewinn leicht um 3.5% auf CHF 25.6 Mio. (Vorjahr: CHF 26.5 Mio.) bzw. CHF 4.32 je Aktie. Eine deutliche Steigerung erzielte ORIOR beim operativen Cash Flow, der um 45.6% auf CHF 41.7 Mio. zulegte (2014: CHF 28.6 Mio.). Die Eigenkapitalquote konnte in der Berichtsperiode weiter gesteigert werden und liegt nun bei 58.6%.


Erneut leicht höhere Dividende

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 12. April 2016, zum fünften Mal in Folge eine leicht höhere Dividende von CHF 2.03 je Aktie auszuzahlen, was einer Ausschüttungsquote von 47.0% entspricht. Im Rahmen der Strategie ORIOR 2020 wurde die attraktive Dividendenstrategie auch für die kommenden Jahre bestätigt. Die Auszahlung erfolgt aus Kapitaleinlagereserven und somit ohne Abzug der Verrechnungssteuer.

 

Bericht aus den Segmenten

Das auf Frisch-Convenience-Produkte spezialisierte Segment Convenience mit seinen Kompetenzzentren Fredag, Le Patron und Pastinella konnte 2015 nicht ganz an den Umsatz und das Resultat des starken Vorjahrs anknüpfen. Positiv haben sich einmal mehr die Frisch-Menüs sowie die gesamte Palette der vegetarischen und veganen Produkte entwickelt. Der Bereich Frisch-Pasta stand marktbedingt unter grossem Druck und büsste erneut an Umsatz ein. Einen Aufschwung erlebten die Terrinen-Spezialitäten, angetrieben von neuen Kreationen wie Terrinen im Glas, und weitere Produkte der Marke «Le Patron». Insgesamt verzeichnete das Segment Convenience einen leichten Umsatzrückgang von  2.1% auf CHF 202.7 Mio. Der EBITDA von CHF 27.7 Mio. entspricht einer Rendite von 13.7%, gegenüber 14.3% im Vorjahr.

 

Das auf veredelte Fleischprodukte spezialisierte Segment Refinement mit seinen Kompetenzzentren Rapelli, Albert Spiess und Möfag erreichte einen Umsatz von CHF 298.5 Mio., was einem Minus von 5.6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zurückzuführen ist der Umsatzrückgang auf die tiefen Rohstoffpreise und die damit verbundenen Preisabschläge sowie Portfoliobereinigungen mit Ausrichtung auf Wachstum und Margen. Die tiefen Rohstoffpreise wirkten sich allerdings positiv auf die Rentabilität aus, welche trotz Minusteuerung verbessert werden konnte. Ein verstärktes Markenmanagement und vermehrte Investitionen in das Marketing führten zu höheren Umsätzen bei den Markenprodukten. Der EBITDA des Segments verbesserte sich um 4.9% auf CHF 23.5 Mio., was einer Rentabilität von 7.9% entspricht (2014: 7.1%).

 

Das Segment Corporate und Export vermochte die Vorjahreszahlen, wie bereits zum Halbjahr, auch im Gesamtjahr 2015 nicht zu erreichen. Hauptgrund dafür sind der starke Franken und die damit verbundenen schwierigen Rahmenbedingungen für den Export von in der Schweiz hergestellten Spezialitäten. Zusammen mit dem Wegfall der Umsätze des Logistikunternehmens Lineafresca, welches im Mai 2014 verkauft wurde, führte dies zu einem Rückgang des Umsatzes im Segment Corporate und Export auf CHF 21.3 Mio., im Vergleich zu CHF 26.0 Mio. im Vorjahr. Zu konstanten Wechselkursen und bereinigt um den Wegfall der Lineafresca im Vorjahr, konnte trotz diesem anspruchsvollen Exportumfeld ein Wachstum des Nettoumsatzes von 2.9% erreicht werden.

 

Strategie ORIOR 2020

Unter dem Titel «ORIOR 2020» hat das neue Management im Mai 2015 einen Strategieprozess lanciert. Im September wurde die neue Strategie vorgestellt und mit der Implementierung begonnen. Übergeordnetes Ziel der Strategie ist die stetige Wertsteigerung. Mit den strategischen Eckpfeilern «Innovations-Haus», «Marken stärken und ausbauen», «Agilität und Kosteneffizienz», «Die ORIOR-Verantwortung» sowie «Wir sind ORIOR» bildet die neue Strategie die Grundlage, um die Erfolgsgeschichte von ORIOR nachhaltig und rentabel weiterzuschreiben.

 

Wichtige Akzente gesetzt

Die Innovationskraft ist entscheidend für den künftigen Erfolg und zugleich Voraussetzung, um den Markt an vorderster Front zu gestalten. Innovation muss über das eigentliche Produkt hinaus auch in Konzepten, Services und Prozessen umgesetzt werden. Aus diesem Anspruch heraus wird Innovation neu – unter der Führung eines funktionalen Group Innovation Managers – einheitlich und über alle Kompetenzzentren hinweg sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorangetrieben.

 

Mit dem deutschen Vegi-Pionier Tofutown hat ORIOR einen Lizenz- und Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ab 1. März 2016 werden die Produkte der ORIOR-Marke «Nature Gourmet» für Luxemburg, Österreich und Deutschland exklusiv von Tofutown hergestellt und vertrieben.

 

Wechsel im Verwaltungsrat

Rolf Friedli, langjähriger Vizepräsident des Verwaltungsrats der ORIOR AG, wird sich an der kommenden Generalversammlung vom 12. April 2016 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Er hat dem Verwaltungsrat während mehr als zehn Jahren angehört und in dieser Zeit wichtige Meilensteine von ORIOR begleitet. Der Verwaltungsrat, das Management und die Mitarbeitenden danken Rolf Friedli für sein ausserordentliches Wirken.

Der Verwaltungsrat der ORIOR AG beantragt der Generalversammlung vom 12. April 2016, den Unternehmer Walter Lüthi als neues Mitglied des Verwaltungsrats zu wählen.

 

Ausblick

Für 2016 rechnen wir mit weiterhin anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Der Schweizer Detailhandel und die Gastronomie werden weiter unter Druck sein und sich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen können. Wir erwarten – insbesondere im ersten Halbjahr – weitere Preisnachlässe, Importdruck, fortdauernden Einkaufstourismus und sich verschlechternde Konsumentenstimmung. Rohstoffseitig werden weiterhin hohe Preise für Rindfleisch erwartet, bedingt durch die anhaltende Knappheit. Die Schweinefleischpreise dürften im Jahr 2016 wieder leicht anziehen. Entsprechend den anspruchsvollen Rahmenbedingungen werden wir das Hauptaugenmerk auch im Jahr 2016 auf Innovation, Portfoliomanagement und Kosteneffizienz setzen. Wir werden Innovation auch über das Produkt hinaus in Konzepten, Services und Prozessen noch zusätzlich verstärken, um den sich verändernden Essgewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten Rechnung zu tragen und unsere Märkte an vorderster Front zu gestalten. Die Philosophie der Kompetenzzentren ermöglicht eine einmalige Kunden- und Marktnähe, die es uns erlaubt, schnell und agil zu reagieren. Zusammen mit der neuen Strategie und den gruppenweiten Initiativen und Massnahmen hat ORIOR im Berichtsjahr ein solides und breites Fundament geschaffen, um mit Zuversicht in die zweifelsohne sehr anspruchsvolle Zukunft zu blicken.

 

Kennzahlen der ORIOR Gruppe – Geschäftsjahr 2015

 

in TCHF

2015

∆ in %

2014

Nettoerlös

500’128

-4.1%

521’630

EBITDA

48’655

+1.3%

48’032

in % vom Nettoerlös

9.7%

 

9.2%

EBIT

33’848

+4.1%

32’508

in % vom Nettoerlös

6.8%

 

6.2%

Gewinn vor Steuern

31’339

+5.0%

29’855

in % vom Nettoerlös

6.3%

 

5.7%

Reingewinn

25’563

-3.5%

26’495

in % vom Nettoerlös

5.1%

 

5.1%

Nettoverschuldung Dritte

50’358

 

69’959

Eigenkapital

233’643

 

226’657

Eigenkapitalquote

58.6%

 

53.5%

Investor Relations

ORIOR AG
Dufourstrasse 101
CH-8008 Zürich
Tel: +41 44 308 65 13
investors@orior.ch

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